So geht das: Wenn ein Drama durch Liebe und Anteilnahme der Mitmenschen gelindert wird. Geht doch! DANKE!!!

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Simone S. (53) hat es erlebt. Sie sitzt an der Rezeption ihres Arbeitgebers auf der Insel Rügen und tut ihre Pflicht. Martin ruft an. Ihr Sohn (17), eins ihrer 4 Kinder. Er schluchzt, er weiß einfach nicht, WIE er es ihr sagen soll. „Die Polizei war da“, stottert er. „Hast Du Mist gebaut?“ fragt sie. – „Nee, es geht um Enrico“. – „Also hat ER Mist gebaut – Welchen?“

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Der lebenslustige Rügener Enrico († 35) wurde tot in Spanien aufgefunden. Mutter Simone will ihn hier auf Rügen bestatten lassen und brauchte Hilfe.

Enrico ist ihr Sohn, hätte am 7. März seinen 36. Geburtstag feiern können. Seit fast 10 Jahren wohnt er in Spanien. Aus Liebe zur Freiheit, aus Liebe zum Leben und in der Liebe zu einer Frau. Und: JAAA, er HAT Mist gebaut! Er ist gestorben. Einfach so, ohne Vorwarnung, und ohne sich zu verabschieden. „Enrico wurde in Spanien tot aufgefunden“ – so hat es die Polizei formuliert.

Schockstarre für Simone. Sonntags. Simone bei ihrer Arbeit. Sie zieht das also eisern durch – bis 18 Uhr. Und dann könnte ja Zeit sein, es sacken zu lassen, zu heulen… Irrtum! Iss nich!

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Simone S. aus Bergen auf Rügen mag gar nicht richtig in die Kamera schauen. Sie trauert um ihren Sohn Enrico, der in Spaniens Weiten verstorben ist.

Weil: Spanien ist weit weg! 15 Tage sind auch schon vergangen, denn gestorben ist er schon am 4. Februar. Es dauert eben manchmal, um herauszufinden, wo er eigentlich seine Wurzeln hat. Und schon kommt der nächste Schock! Wie eigentlich kommt er hierher, nach Hause – zu einem würdigen Begräbnis? Mit Mindestlohn für einen Knochenjob, macht man keine großen Sprünge. Und WIE nun bezahlt man aus der Hüfte mal schnell: Runde 5000,- Euro für Einäscherung, Obduktion (das Ergebnis ist noch nicht da, also die Todesursache) und den ganzen bürokratischen Kram bis hin zur Überführung einer Urne? (300,- Euro für – letztlich ein Paket! Also lebendig selber fliegen ist da preiswerter)…

Simone hat ein Crowdfounding-Projekt gestartet und bat um Hilfe.

Weit über 100 Menschen haben sich beteiligt. Die Hälfte des Geldes war da. Die „andere Hälfte“ der Menschen meckert. „Da kommen Mails, die mich beschimpfen und fragen, ob ich noch Geschäfte mit dem Tod machen will“, klagt Simone. Und fügt an: „Ich kann nicht mehr, habe keine Kraft mehr, vor allem wegen diesen vielen Anschuldigungen, die mich nun noch in ein negatives Licht rücken“.

Und um mich zu überzeugen, dass dem NICHT so ist, habe ich Simone besucht, die Rechnungen aus Spanien gesehen, die Dinge, die hier noch auf sie zukommen – und ihre verzweifelten, erschöpften, traurigen Augen.

Titel
Enrico in schönen Zeiten. Jetzt soll er ein würdiges Begräbnis auf Rügen erhalten.

Lange Rede, kurzer Sinn: JEDER kann mal unverhofft in eine unvorhersehbare finanzielle Ausnahmesituation gelangen. Eine Situation, in der auch einfach die Zeit läuft!

„Und JEDER würde sich freuen, wenn JEDER, der kann (und mit einem kleinen Beitrag KANN fast JEDER) mal hilft. Du auch? …“ Jaaa, viele Menschen haben geholfen, ganz zum Schluss – weil auch der beliebteste Radiosender an der Ostsee, „Antenne MV“ – noch mitgemacht hat, kam dann der fehlende Restbetrag von über 1000.-Euro von einer Frau, die aber nicht genannt werden will.

Damit ist zwar Enrico nicht wieder lebendig, aber die lebende Seele einer liebenden Mutter so weit getröstet, dass sie ihren Sohn zu Hause hat.
Es gibt nichts Schöneres, als in glückliche Augen zu schauen. Und JA, glückliche Augen weinen manchmal vor lauter Glück. Simone macht das gerade… aus purer Dankbarkeit für diese Hilfe. Richtig fassen kann sie es noch nicht, aber vergessen wird sie es NIE! DANKE ALSO AN ALLE!

Fotos ©: Sabine Funke, inselbine.de (2), privat (2)

Autor: Marius Jaster

Aus Liebe zur Natur, besonders aber zum Meer und zu den Landschaften, die von Wind und Meer geprägt sind, bin ich seit einigen Jahren als Ostseereporter unterwegs gewesen. Jetzt treibt mich als Inselreporter die Sehnsucht bevorzugt auf die Inseln die ich mag. Und zwar nicht nur die der Ostsee. Ich arbeite als Freier Publizist und publiziere in verschiedenen Medien durch Texte, Bilder, und Filme, sowie durch eigene Bücher.

13 Gedanken zu „So geht das: Wenn ein Drama durch Liebe und Anteilnahme der Mitmenschen gelindert wird. Geht doch! DANKE!!!“

  1. Ich bin selbst unverschuldet in Not gewesen, lebe nun von der Rente. Ich wollte Dir, liebe Simone, mit 5 Euro mein Mitgefühl ausdrücken (ist wenig, aber wenn jeder 1 Euro gibt, kommt auch etwas zusammen), aber die Spendenplattform lässt sich bei mir nicht öffnen. Kopf hoch! LG Katya

    1. Liebe Katya,
      danke für Deine Anteilnahme, manchmal muss man diese Seite (Spendenlink) einfach nur noch einmal neu laden, dann funktioniert alles. LG Simone

  2. Dies ist eine Situation im Leben, die wünscht man keinem ! Wenn man helfen kann, und sei es „nur“ mit 1€ dann sollte man es tun ! Ich wünsche der Mutter von Enrico viel Kraft und alles Gute !!!

    1. Liebe Ina Ortlieb,
      ich möchte mich herzlich bei Dir für Deine Anteilnahme und Spende bedanken, ich bin wirklich überwältigt, von Menschen Hilfe zu bekommen, die mich noch nie getroffen haben. Ich umarme Dich.
      LG und ein schönes WE!

  3. Liebe Simone, mein aufrichtiges herzliches Beileid zum Verlust deines lieben Sohnes.
    Mir geht durch den Kopf, wo in solchen schlimmen Lebenssituationen die Hilfe deines Arbeitgebers bleibt?? … Es wäre sicherlich ein Leichtes, dir das Geld für die Heimholung von Enrico vorzustrecken und dann monatlich eine kleine Rate von deinem Lohn einzubehalten bis es abbezahlt ist. Oder dann auch das Spendengeld an deinen Arbeitgeber zu übermitteln. Dann könnte Enrico längst nach Hause geholt werden. Ich verstehe so was nicht.
    Mitfühlende Grüße und viel Kraft
    MK

    1. Guter Gedanke! Aber es ist leider so… Arbeitgeber geben Arbeit. Sonst nix. Der Foto-Chef von BILD Dresden starb und lag ein halbes Jahr im Kühlhaus… und gerade für den Axel-Springer-Konzern wäre es sooooo was von ein Leichtes gewesen. Und das war dann auch noch ein EIGENER Mitarbeiter, der da in Sachsen alles mit aufgebaut hat. Es gibt halt Dinge, über die darfste wirklich nicht nachdenken. Leider.

    2. Hallo,
      das geht leider aus betriebsinternen Gründen nicht. Möchte mich dazu öffentlich nicht äußern! Lieben Dank für die Anteilnahme …
      LG zurück

  4. Es hat geklappt. Simone kann ihren Sohn hier bei sich bestatten und Abschied von ihm nehmen. Es gibt sowieso nichts Schlimmeres für Eltern, wenn sie Abscheid auf so eine Weise von ihren Kindern nehmen müssen. Ich danke allen , die geholfen haben und unserem Aufruf gefolgt sind. Vielen lieben Dank!!!!!! Gut zu wissen, es gibt noch Liebe unter den Menschen, dann sind wir noch nicht verloren.

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