Insel Rügen/Stralsund: Die „kürzeste Pressekonferenz der Welt“ – oder einfach nur: 20:00 Uhr LACHEN! Mit Markus Maria Profitlich zum Beispiel

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Jaaa, wir haben da mal was für Dich vorbereitet:

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Hat er extra für Dich signiert!

Da kommste von der Insel Rügen, oder aus Stralsund oder Hamburg (die Autokennzeichen auf dem Parkplatz waren schon interessant…) Um es kurz zu machen: Es gibt Tage, da verliert man. Es gibt aber auch die unendlich vielen Tage, da GEWINNT man. Manchmal doppelt und dreifach. (Du musst es nur erkennen!)

Verloren habe ich heute, weil ein Foto beim Ausdrucken im Drogeriemarkt doppelt berechnet wurde. Technikfehler. Ich habe es ja auch erst zu spät bemerkt. Egal also.

Gewonnen habe ich, weil die paar Cent mir wurscht waren und ich einen Termin hatte. In Stralsund. Zu einer Live-Veranstaltung des (auch aus dem Fernsehen bekannten) Komikers Markus Maria Profitlich. In meinem Terminkalender steht: „20:00 Uhr: LACHEN“. Also ist klar: Ich muss da hin.

Dann sitz‘ ich da, mit meiner Assistentin Sabine und frage sie: „Wie spät ist es?“ Antwort: „19 durch 22 (19:22)- rechnen kannste selber.“ Okay, da weiß ich: Es ist 18 Uhr 82! Also sind noch paar Minuten, um mal den Veranstalter zu fragen, ob wir Fotos machen dürfen. „Nee, dürft Ihr nicht, das wird auch am Anfang gleich durchgesagt. Weil er bricht SOFORT ab, wenn doch welche gemacht werden.“ Respekt! Ja, entweder machste Fotos, ODER spielst mit dem Handy, ODER bist bei der Sache. So einfach erklärt. Und auch ich gehe immer mehr dazu über, einfach weg zu gehen, wenn ich mit jemandem zusammen sein will und er die ganze Zeit mit dem Handy spielt… Merkt er es, lässt er es, merkt er es nicht, ist es egal. Bin ich halt weg.

Okay, dann passiert ne Weile nix. Außer, dass der Raum randgefüllt ist mit fast 500 Zuschauern. Quasi Ausverkauft. Und alle warten gespannt. Für 30 Euro pro Eintrittskarte ist das auch erlaubt.

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Du darfst nicht fotografieren, während der Veranstaltung. Dafür aber hinterher – und Selfies machen und anfassen… Alles locker.

Dann kommt der Typ, also Markus raus. Und plötzlich ist die Luft raus. Weil: Die Spannung ist weg! Da kommt keine Riesen-Show, da kommt kein Bum-Bum, da kommt nur ein Mensch (freilich im Rampenlicht) und präsentiert Dir das Leben!

Und GENAU DAS IST DER KNALLER!

So echt. So geil – und EINS ist auch klar: Ich werde diese Show nicht verraten! Die müsst Ihr nun selber irgendwie SELBST erleben. Irgendwo.

Fotos gibt es eh keine. (Ich halte mich an Absprachen).

Jedenfalls ist er da. Er will nach seiner Anreise zwei leere, klappernde Flaschen aus dem Kofferraum abgeben, an einem Automaten. Vor ihm steht einer mit „Ich werde nie fertig mit meinen Bierbüchsen aus den gelben Säcken“.. und spricht damit direkt den Bürgermeister Stralsunds an, der das wohl gewesen sein soll. „Letzte Ratssitzung gewesen…“ – „Hallo, Herr Badrow, sind Sie heute da? Hallo Alexander!“ Alle toben!

Warum? MARKUS HAT ES DRAUF, DIR AUS DER SEELE ZU SPRECHEN! Und das auch noch direkt an dem Ort, wo Du gerade bist. Das schafft nicht Jeder! Weil wenn er einen Satz  noch nicht zu Ende gesprochen hat, aber das Publikum schon mitspricht, als wäre es in der Schule auswendig gelernt worden… dann kommt es wohl aus der Seele (oder Sehnsucht) der Menschen heraus. Und ich hab gestaunt, WIE das Publikum mitspricht!

Vielleicht lieben sie DAS an „diesem Kerl“.

Aber: Es ist noch nicht zu Ende! Wehe, Du musst mal „pissen“. Also ICH musste das mal. MICH hat er nicht angesprochen, als ich mal rausgeschlichen bin. Aber eine Frau, die später nach mir… Aber NEE, DAS wiederum : BITTE LIVE ERLEBEN! Also in Deinen Terminkalender schreiben: „20:00 Uhr Lachen“. Und gucken, Wann, Wie und WO Du ihn erleben kannst. Da stehts: http://www.Profitlich.de Und „Schwer im Stress“ heißt die Show. Karten bestellen kannste da auch gleich, ganz stressfrei!

Der Rest ist einfach erklärt: Die Kulisse ist einfach. Ein aufgeklappter Koffer. Da ist alles drin, was er braucht. Und dann ist da noch ein Stuhl.

Ach so, mal so am Rande – zum Thema Koffer:

Das mit dem Koffer ist nicht schlecht. Das ist nämlich nicht so ein Material-Rollator, wie wir sie überall rattern hören, auf Bahnhöfen, Flugplätzen... sondern ein Koffer! Mit einem Deckel und einem Griff. So ein Ding hatte ich auch mal. Früher, als ich zur Erkenntnis kam: "Alles, was man NICHT hat, macht glücklich. Weil: Dann ist Platz für das LEBEN!" Bekommen hab ich ihn von einer Jugendliebe. Sie hatte ihn auf dem Dachboden bei Papa entdeckt, gemopst und mir geschenkt, weil ich  beschlossen hatte:
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Ja, so ein Koffer hat was. Wenn Du den noch abstellst, kannste das Leben ganz frei genießen. Nur in Deutschland geht das nicht. Schon gar nicht auf dem Bahnhof oder Flugplatz. Da drehen die sofort am Rad…
"Alles, was nicht in einen Koffer passt, brauche ich nicht." Das ist Tatsache! Mein Fahrrad habe ich verschenkt, die Bücher auch und allen Dödel drum herum... einzig die Klampfe war die Ausnahme. So wie bei Markus der Stuhl. Ja, und das ging! Ein weißes Hemd, jeden Abend durchgewaschen und ne Jeans... fertig. Bisschen Schreibkram noch im Koffer. Und: Ja, Schuhe brauchen nicht in den Koffer. Schuhe hat man an, wenn man unterwegs ist, obwohl barfuß besser ist - wegen der Natur. Die stärkt nämlich beim Barfuß-Laufen den Nieren-Chie (um es mal kompliziert zu sagen, aber es ist eigentlich egal. Barfuß FETZT! Deswegen wurden wir ja nackt geboren, mit den Füßchen, die wir haben - der Eine mag sie, der Andere nicht.) 
Freilich wohnte ich damals bei Mami und hatte ein Bett und einen Schreibtisch. Also konnte ich mich um mein Leben kümmern. Das hab ich auch gemacht. Später ging es freilich nicht mehr nur mit einem Koffer, weil da Frauen kamen und Kinder...
Und dann kam die Zeit, da waren die Kinder aus dem Haus, die Frauen aus der Mode und ich mit einem Haufen Kram allein. Dann traf ich meine Jugendliebe wieder - und in 18 Minuten war klar: DIE DIE DIE Frau meines Lebens. Und NUR DIESE EINE! Komme, was will. DIESE! Punkt. 
Sie kam zu mir für ein paar Wochen. In meinen, diesen ganzen Kram. Nach einer kurzen Reise brachte sie mir wieder einen Koffer mit. Hatte sich so ergeben. Damit ich zu ihr kommen kann, denn sie wohnt 5000 km entfernt.
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Ist doch schön, wenn aus Sehnsucht sogar der Koffer geschenkt wird. Dann kann er reisen und er hat schon paar Tausend Kilometer weg… Fast klein wie ein Stein und mit roten angebundenen Turnschuhen. Na ja, die haben halt nicht rein gepasst…
Weil sie bei ihrem Besuch nicht ewig bleiben konnte und eben gerade für Flugreisen am Besten alles in einen Koffer passt, haben wir zuerst die Klampfe entsorgt. Defekt war sie sowieso. Dann - als ich wieder allein war - hatte ich Gelegenheit, den Rest loszuwerden.
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Gitarren brennen GUT! Du kannst Dir darauf die Finger wund spielen. Oder zündest sie an, damit sich Frauchen ihre Finger wärmen kann. Deine Entscheidung!
Der Sperrmüll hatte gut zu tun, der Vermieter ärgert sich noch heute, dass er die Wohnung bis heute nicht neu vermietet hat und ich packe meinen Koffer. Nicht zum Ersten Mal, aber zum Letzten Mal - und um ehrlich zu sein: Es ist: Das Auto. Da passt mehr rein, und diese Reise macht es auch nur EIN MAL. Onewayticket heißt das wohl heutzutage. Ja, es wird eine lange Reise. Fast 4500 km bis zur Fähre, die es wohl (und mich) dann auf die Insel La Palma bringt. Denn dann bin ich da. "Da, wo mein Auto ist, da hab ich ein Dach über dem Kopf". Udo Lindenberg hat es einfacher gesagt: "Da, wo ich meinen Hut hin häng, da bin ich zu Hause".

Und JAAA, lieber Udo, leider passt nicht alles in einen Hut rein... Aber in einen Koffer, oder ein Auto eben...

Mehr ist da nicht. FREIHEIT! Klar: Ein Bett, ein Schrank und mein Schreibtisch bleiben gemietet verfügbar. Als "Base-Station" - ansonsten ist Freiheit ganz gut. In Rambin auf Rügen, also da, wo ich die letzten 12 Jahre gewohnt habe, kotzen sie alle, weil sie neben der alten Straße noch die neue Schnellstraße vor die Nase gesetzt bekamen. Und Lärm macht krank! Wer nicht sowieso doof ist, der wird es bald sein - ich hatte den LUXUS: Ich habe KEIN Haus und konnte mich in eine neue Base-Station in absoluter Ruhe begeben. Ich konnte also dem Krankmach-Lärm entfliehen. Und die Anderen: Müssen es erstens ertragen und machen noch mehr Lärm mit dem Geschnatter drum herum. Mir egal. Ich bin weg. Und vorher ging es ja auch ohne mich :-)
Deswegen ist ein Koffer gut und deswegen macht eben alles glücklich, was man NICHT hat. FREIHEIT nenne ich das. Und da muss erst die Jugendliebe auftauchen und mir zum zweiten Mal einen Koffer schenken! Und mir mal zeigen, wie es geht - nur mit Koffer... zu leben. DANKE Schatz! Tja, und wenn aus Jugendliebe Endlos-Liebe wird... spannend!
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Das Foyer in der Alten Brauerei in Stralsund während der Veranstaltung. Kein Mensch da, nicht mal Personal. Alle lauschen und lachen.

Aber zurück zu Markus. Der aufgeklappte Koffer. Der Stuhl. Und ER mit dem, was er erzählt:

„Und JA, früher beim Plumpsklo gab es die Zeitung, die gelesen wurde und mit der man sich dann den Hintern abwischen konnte. Heute lesen die alle HANDY…“

Eine Show also, die sich gewaschen hat, auch mit Kärcher + Co.

Ganz zum Schluss gab es den Moment, wo er sich fotografieren ließ. Und ich war erstaunt, dass während der Show niemand fotografiert hat. Die Message „nach der Show können Sie Ihre Handys wieder anschalten“ kam wohl an. Außer bei einer Frau hinter mir, weil es plötzlich klingelt. Der Mann sagt: „Mach doch lautlos!“ – „Ich weiß nicht wie das geht, dann mach ich halt aus“. Gute Entscheidung, denn was will ich mit einem Handy in einer Veranstaltung, in der ich sowieso nicht telefonieren kann? Wieso nehme ich überhaupt eins mit? Manchmal darf Mensch sich entscheiden – also meins blieb zu Hause, ich wollte lachen!

Markus hat das in seiner Show auch angesprochen: „Ständig schaut meine Tochter auf das Handy und ich hab ihr gesagt: Das Unscharfe drum herum, das ist das wahre Leben“.

Gut, jedenfalls war ich dann der „letzte Kunde“, der auf die verteilten Autogrammkärtchen – auch für Euch – einen EXTRA-Satz geschrieben bekam. Das war „Pressetermin“. Und eine Frage durfte ich stellen: „Woher nimmst Du all die schönen Inspirationen?“ Antwort: „Ich beobachte das Leben!“ Dann war er weg.

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Also HIN und selber schnacken – es geht!

Fazit: Er beobachtet es nicht nur, sondern erklärt es Euch auch noch. Ihr lacht zum Schluss über Eure eigenen Fehler, weil Ihr sie plötzlich erkennt und geht nach Hause mit einem schmerzenden Zwerchfell und wahrscheinlich vielen neuen Inspirationen. Eine bessere Kombination gibt es nicht! Danke Mensch Markus!

So, Ihr Lieben! Erkennt Euch, verbessert Euch und vergesst Niemals die Liebe! Nur SIE macht überhaupt alles möglich! Schenkt sie – am Besten: BEDINGUNGSLOS und freut Euch, wenn Ihr sie auch geschenkt bekommt. Dann ist das Leben ganz einfach und das Wichtigste geklärt. Der Rest, also das Banale – jenseits des Koffers – lässt sich regeln.

Ich hab heute einmal verloren gegen den Fotoautomaten, aber am Rest des Tages sooo viel gewonnen. Ich hätte also „Schwer im Stress“ (so heißt die Show) sein können… war ich aber nicht. Ein kleines bisschen hektisch vielleicht, aber das ist kein Stress und getreu dem Motto von Sascha Grammels Figur: „Hetz mich nicht“ ging ja alles gut.

Ach so, Sascha Grammel… Er ist nicht dabei und aber irgendwie doch, in dieser Show.

Zum Schluss gibt es auch noch die kürzeste Zugabe der Welt. Aber SO GEIL, „als wennste inn Spiegel guckst“ :-)

Also musste gucken geh’n… zuerst hier: http://www.Profitlich.de

DANKE für Deinen Beitrag!

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Fotos: © Sabine Funke / Marius Jaster

Autor: Marius Jaster

Aus Liebe zur Natur, besonders aber zum Meer und zu den Landschaften, die von Wind und Meer geprägt sind, bin ich seit einigen Jahren als Ostseereporter unterwegs gewesen. Jetzt treibt mich als Inselreporter die Sehnsucht bevorzugt auf die Inseln, die ich mag. Und zwar nicht nur die der Ostsee. Ich arbeite als Freier Publizist und publiziere in verschiedenen Medien durch Texte, Bilder, Filme, sowie durch eigene Bücher.


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