Guten Morgen Deutschland, HIER spricht die temporäre 9,- Euro-Freiheit!

Wichtiges Vorwort: Jaaa, da ist er, der 1. Juni 2022. Mit dem Benzin sind sich die großen Banausen noch nicht so sicher, ob das so klappt. Aber mit dem 9-Euro-Ticket, mit dem wir diesen Sommer in vollen Zügen genießen dürfen, das ist sicher. Warum? Ich habe mir drei gesichert. Von Juni bis August. Die Einen reden von vollen Zügen, die Anderen von überfülltem Sylt (wobei dort der Aufenthalt das Problem ist und nicht die Anreise) und keiner weiß nichts Genaues nicht. Aber in 92 Tagen, da wissen wir mehr. Dann ist nämlich diese Zeitspanne „Lebensgefühl und Reisefreiheit“ zu Ende. Und dann gibt es einen Schnitt. Ja ehrlich, wir leben ja über das GEFÜHL! IMMER! Und als ich vor über dreißig Jahren UM DIESE ZEIT (aktuell 1:39 Uhr) Kohlen in einen Heizkessel geschaufelt habe, um mich dann ein Stündchen in den Sessel im Pausenraum zu kuscheln, habe ich mich immer gefreut, wenn es dann so ab 7:00 Uhr im Radio los ging: „Guten Morgen Deutschland, hier spricht RTL, das Radio für den Frühstückstisch, aus Luxemburg – und täglich frisch.“ Und das war schon ein komisches Gefühl. Ich, in der DDR im Heizungskeller, und das Radio ist für die „Wessis“ gemacht, die um 8:00 Uhr erst frühstücken. Okay. heute wissen wir: Das war für die Hausfrauen, weil die „Kerle“ ja doch schon arbeiten durften. Damals war aber der Traum: REISEFREIHEIT. Den haben wir uns seit 1989 erkämpft, nur mangelt es seitdem am Geld und RTL hat dann gnädigerweise das HARTZ IV-FERNSEHEN entwickelt. Für die ganz Unterbelichteten noch RTL 2. Na gut. Alles Vergangenheit. JETZT IST 9-EURO REISEFREIHEIT mit Bus und Bahn im Bummelmodus. Ich könnte los. JETZT SOFORT! Aber, hier auf dem Land auf Rügen fährt ja kein Bus um diese Zeit. Bummelzüge auch nicht. Also gehe ich schlafen. Und wenn ich wieder wach bin, gibt es hier 92 Tage lang so etwas wie ein „Reisefreiheitstagebuch“. Was dabei raus kommt? Keine Ahnung! Es gibt ein Resümee in 92 Tagen! Und bis dahin ab und zu den Er-FAHRUNGS-Bericht.

Und wenn Du jetzt angefangen hast zu lesen, dann musst Du wissen:

Das NEUESTE GIBT ES IMMER ZUERST! Also musst Du nicht alles von oben nach unten WIEDER lesen, sondern nur oben das Neueste. Und wenn Du JETZT erst eingestiegen bist, scrollst Du Runter, bis zum Ende, weil dort ist manchmal auch der ANFANG!

Ich freue mich auf die Zeit mit Euch und auch auf Eure Kommentare, Meinungen – und JAAAAA, auch auf DEINE Geschichten – neben denen, die ich Dir präsentiere. Einfach, weil meine Geschichten nicht immer das Leben sind! 100 Leute auf einer Straße -JEDER HAT SEINE! Und wenn sie jeder erzählen darf… Dafür gibt es die Mail: ostseereporter@Gmail.com (Und wenn einer sie nicht erzählen kann, weil er obdachlos ist und keine 9.- Euro hat und kein Handy… dann höre doch mal mit Deinen Ohren und Deinem Handy zu. Ihr so, in Berlin…)

Eins ist sicher: SPANNEND WIRD’S! DANKE, wenn Du mitmachst!

LOS GEHTS:

Vom 03. -05. Juni hielt mich mein Büro hoch gefangen. Am 6. Juni gings dann los… leider dürft Ihr Euch noch paar Stunden gedulden. Ich habe alles eingesammelt, wollte es heute schreiben. Aber da kam etwas dazwischen, das war NICHT gut! Und jetzt? Ich muss um 4:00 aufstehen…und schon neue Geschichten sammeln… Also morgen Abend gibt es Neuigkeiten. Vielen Dank für Deine Treue – und bis dahin: LIEBE GRÜSSE!

2. Juni: Ich will etwas einkaufen. Etwas Spezielles. Das gibt es nicht im schönsten Dorf Rügens, also in Gingst, sondern in Samtens. Das sind 12 Kilometer. 9:17 Uhr fährt ein Bus. Kommt an: 9:48 Uhr. Der Einkauf inclusive Fußweg dauert eine halbe Stunde. Dann hätte ich auf den Retourbus warten müssen, der erst 12:47 Uhr fährt – oder es locker zu Fuß in dieser Zeit auch geschafft. Das aber war nicht der Plan. (So viel zu „Mobil auf Rügen mit der VRR“) Kurzum war ich mit einem Freund, der ebenfalls in diesen Einkaufstempel wollte, mit dem Auto dort. Der Rest des Tages fiel den Arbeiten im Büro zum Opfer. Dabei habe ich herausgefunden, dass der „Rasende Roland“ auf Rügen auch das 9,- Euro-Ticket akzeptiert. Na dann wird es ja lustig ab Pfingsten.

Es ist der 1. Juni. 2:33 Uhr. Ich könnte ja jetzt losfahren. ABER: Es fährt um diese Zeit auf der Insel Rügen kein Bus, keine Bahn – und mit dem Fahrrad will ich jetzt nicht. (Macht ja auch keinen Sinn mit diesem Ticket). Ich habe vor meiner Tür noch eine Zigarette geraucht. Herrliche Luft, himmlische Ruhe, noch nicht mal ein Auto kommt. Die Frösche quaken in irgendeinem Tümpel, der Kautz auf irgendeinem Baum ruft nach seinem Frauchen… Wahrscheinlich bin ich zur Zeit am falschen Ort. Ich sollte im Bett sein, weil dann um 6:00 Uhr der Wecker an meinem Fenster vorbei dröhnt. JAAA, da kommen sie alle aus ihren Löchern. Die Busse, die LKW`s, die Helikoptereltern, die ihre Kinder in die Schule bringen (hinter dem Schulbus)…. na, da kann ich ja noch reichlich 3 Stunden schlafen. Übrigens: Beim „Pfeifchen“ rauchen habe ich festgestellt: Es wird schon wieder langsam hell!

Später, als es dann richtig hell war, wurde es wieder dunkel. Gewitter, Regen… kein Grund, mit dem Bus irgendwohin zu fahren. Ansonsten war alles wie immer. Kein Auto weniger auf der Straße, die Busse (außer Schulbusse) leer wie immer. So richtig spannend wird es wohl erst am kommenden Pfingst-Wochenende.

Autor: Marius Jaster

Aus Liebe zur Natur, besonders aber zum Meer und zu den Landschaften, die von Wind und Meer geprägt sind, bin ich seit einigen Jahren als Ostseereporter unterwegs gewesen. Jetzt treibt mich als Inselreporter die Sehnsucht bevorzugt auf die Inseln, die ich mag. Und zwar nicht nur die der Ostsee. Ich arbeite als Freier Publizist und publiziere in verschiedenen Medien durch Texte, Bilder, Filme, sowie durch eigene Bücher.

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