Corona-Zeit. Maskenzeit. Nur an ihren Augen werdet ihr sie erkennen.

Titelfoto: Tobias Keucher. Betreiber des Buffetwagen 970-152 beim „Rasenden Roland“ auf der Insel Rügen mit einem Wirsingblatt als Maske. Ganz sicher nicht ganz ernst gemeint 🙂

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast darüber lachen. In Gottesdiensten darf wegen Corona nicht mehr gesungen werden. Klar, sonst wären wir plötzlich alle die „Masked-Singers“. Das Singen gehört als wesentliches Element zu unserem Leben dazu. Kein Medium transportiert Gefühle besser, als Musik. Bevor Babys ihr erstes Wort sprechen, singen sie schon. „Lalala…Dadada“

Jetzt dürfen wir in der Öffentlichkeit nicht singen. Wenn das bis Weihnachten so bleiben sollte, haben wir wenigstens den Vorteil, dass wir bis dahin üben können, wie wir mit geschlossenem Mund „Stille Nacht, Heilige Nacht“ summen oder brummeln. Wenigstens gibt es dann keine Textschwierigkeiten!

Was aber noch schlimmer ist: Wir sehen unser Lachen nicht mehr! 44 Gesichtsmuskeln geben uns unsere Mimik, zeigen, ob wir traurig sind oder glücklich. Oder berechnend. Wir erkennen durch die Masken die Schurken nicht mehr. Oder doch?

Direkt knapp dürften die Möglichkeiten für Masken nicht werden. Toilettenpapier ist ja genug im Umlauf.

Wenn Menschen eine Sonnenbrille tragen, kann man ihnen nicht in die Augen sehen. Wir wissen nicht, ob sie flirten, flunkern oder berechnend blinzeln. Ohne Sonnenbrille allerdings lässt sich erkennen, ob das Gegenüber mit den Augen lacht, oder sich unter der Maske nur ein kaltes, berechnendes Lächeln versteckt. Hotelrezeptionen und Einzelhandelsgeschäfte sind mitunter solche Orte, wo wir einer gespielten Freundlichkeit begegnen. Kaum, dass man den Rücken gedreht hat, ist das Grinsen erloschen. Oder wenn ein Staubsaugerverkäufer an der Tür klingelt.

Das ist der Vorteil unserer Masken. Wir können sehen, ob der Mensch mit den Augen lacht – oder auch nicht.

Schutzmaske UND tiefdunkle Sonnenbrille ist wie Burka mit Sonnenbrille. Wir wissen dann gar nichts mehr. Wir wissen nicht, wem wir auf der Straße begegnen. Unsere natürliche Intuition geht flöten durch die Schutzmaßnahmen. Das ist allerdings immer noch besser, als wenn wir selber „flöten gehen“.

Am besten, wir verlieren nicht unseren Humor und geben die Hoffnung nicht auf.

In der Not reicht auch ein Griff in den Kleiderschrank der Frau 🙂
Auch bisschen lustig: Eine ganz normale Klarsichthülle aus dem Büro – und die Brillenbügel durch die Löcher gefädelt…

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Autor: Marius Jaster

Aus Liebe zur Natur, besonders aber zum Meer und zu den Landschaften, die von Wind und Meer geprägt sind, bin ich seit einigen Jahren als Ostseereporter unterwegs gewesen. Jetzt treibt mich als Inselreporter die Sehnsucht bevorzugt auf die Inseln, die ich mag. Und zwar nicht nur die der Ostsee. Ich arbeite als Freier Publizist und publiziere in verschiedenen Medien durch Texte, Bilder, Filme, sowie durch eigene Bücher.

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