La Palma: Ein Wunder jagt das Nächste, so wie der Wüstenwind das Feuer durch die Wälder.

Wenn – im wahrsten Sinn des Wortes – der Baum brennt, ist das schlimm. Wenn davon viele brennen, noch schlimmer.

Oder ist auf La Palma alles ganz anders?

 

Kanarische Kiefer_02

Am 4. August 2016 kam in Deutschland die Nachricht an, dass auf der Insel La Palma der Wald brennt. Diese Nachricht kam aber auch NUR da an, weil es ein Deutscher war, der dieses Feuer – bei dem Versuch sein Klopapier zu verbrennen – verursacht hat. Das war dann für die deutsche Boulevardpresse skurril genug, um es heftig auszuschlachten. Täglich wurde das Feuer größer, die Berichterstattung intensiver und dramatischer.

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Als hätte die Erde ihr Herz ausgeschüttet: La Palma. (Foto: Google)

Die nüchterne Bilanz: 4864 Hektar Wald standen in Flammen. Das sind 6,8 Prozent der Inselfläche! Ein Mensch kam ums Leben, einer wurde schwer verletzt. Da fallen die verbrannten Ziegenställe nicht so sehr ins Gewicht. Ebensowenig der eine abgestürzte Löschhubschrauber.

Die Einheimischen haben Wut und Hass auf diesen Deutschen, der es verursacht hat – einige meinten gar, Frau Merkel soll es bezahlen, weil er es nicht kann, aber ein Deutscher ist. Dieses Feuer hat auf jeden Fall Emotionen ausgelöst – überall. Beim Anblick der Bilder kein Wunder.

Puerto Naos
So sieht es ein halbes Jahr später von oben aus. Verkohlte Äste statt Grün. Unten im Tal: Puerto Naos…
Von P
… und so sah es umgekehrt während dem Brand von unten aus.

Waldbrände gibt es auf den kanarischen Inseln immer mal wieder. Meist sind sie von Menschen verursacht. Auch La Palma bleibt davon nicht verschont. La Palma ist die jüngste, grünste, schönste und nordwestlichste Insel der Kanaren. Seit 2002 steht sie als Biosphärenreservat unter dem besonderen Schutz der UNESCO. Gleichzeitig wird sie von der UNESCO als drittschönste Insel der Welt eingestuft.

Ocean
Blick gen Westen. Hier kommt erst mal nur Himmel und Wasser. Sonst nix.  Später dann New Yorck. Mal ein Segelboot, mal ein Angelboot, aber keine Öltanker und Frachtschiffe.  Auch der Ozean ist rings um die Kanaren geschützt. Damit ist La Palma schlechthin das neue Paradies auf Erden – für den, der es mag.

Auch der Ozean rund um die Inselgruppe ist geschützt. Seit 2006 ist es zum Beispiel Öltankern verboten, kanarische Gewässer zu kreuzen.

Ein wunderschönes Fleckchen Erde ist La Palma. 450 km vom nächsten Festland entfernt – und das ist die Wüste Sahara, die lediglich ab und zu heiße Luft schickt, schlimmstenfalls paar Krümchen Sand im Gepäck. Die Luft ist sauber, das Wasser ist sauber. Der Sauerstoffausstoß der Wälder, die ca. 40% der Gesamtfläche ausmachen, reicht weiter, als nur für die Insel. Das Trinkwasser kommt aus Quellen und den Wolken – im Moment ist das aus den Wolken allerdings ein bisschen weniger, weil eben im Moment knapp 5000 Hektar der kanarischen Kiefern in der Landschaft stehen, wie abgebrannte Streichhölzer. (Wir reden über eine abgebrannte Fläche von etwa 6818 Fußballfeldern!)

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Die „Wolkenmelker“ stehen in riesigen Wäldern, auf Felsen und Hängen
Kiefernnadeln
Mit ihren bis zu 30 cm langen Nadeln kämmen sie förmlich das Kondenswasser aus den Wolken. Versorgen somit sich selbst und die Menschen auch noch.

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