Insel Rügen: Angler müssen jetzt ganz ganz tapfer sein! Und FRECH!

Angelfreunde, die gerne auf Rügen angeln, haben immer schlechtere Karten. Egal, ob sie von Rügen oder aus der näheren Umgebung kommen, oder extra aus fernen Gefilden anreisen. Nach Einführung der Dorschquote ist die Reise oft den Aufwand nicht wert. Und jetzt, kurz bevor die Massen an Heringen – dann gefolgt von den Hornfischen – durch den Strelasund reisen ist klargestellt: Das Angeln vom Rügendamm aus bleibt verboten! Damit ist das nachfolgende Foto reine Geschichte.

Angler Ruegendamm_02

Diese Tatsache wurde heute vom Wasser- und Schifffahrtsamt bekannt gegeben.

Die im Auftrag des Straßenbauamtes Stralsund am Brücken-
bauwerk installierten Auswurfbegrenzungen ändern nichts an
der Tatsache, dass vom Angeln auf dem Rügendamm eine
erhebliche Gefahr für die Sicherheit und Leichtigkeit der Schiff-
fahrt auf den Wasserflächen unterhalb der Brücke ausgeht.
 
Holger Brydda, Amtsleiter des WSA Stralsund:
„Die Abwehr von Gefahren für die Sicherheit und Leichtigkeit
der Schifffahrt unter der Rügendammbrücke lässt hier keinen
Ermessenspielraum. Durch die Angelhaken werden Schiff-
fahrtstreibende und Fahrgäste der Weißen Flotte gleicherma-
ßen gefährdet. Zudem besteht die Gefahr, dass Angelschnüre
in die Propeller oder die Stevenrohrabdichtungen von Berufs-
schiffen und Sportbooten geraten und diese erheblich beschä-

digen könnten. Infolgedessen können Manövrierunfähigkeit,                    Ölaustritt, Schäden am Schiffsantrieb und Personenschäden eintreten.

Die Wasserschutzpolizei wurde daher gebeten, Kontrollen
durchzuführen und Verstöße gegen das Angelverbot zu ahn-
den“, so Holger Brydda.
Hering Ruegendamm
Auch wenn die Heringe im Sekundentakt aus dem Strelasund gefangen wurden – das ist jetzt vorbei.

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Ursache für das Verbot waren Unfallgefahren auf der Rügenbrücke durch Angelköder, die bis auf die Fahrbahnen der Hochbrücke ausgeworfen wurden und für gefährliche Situationen und zerborstene Frontscheiben sorgten. Hinzu kommt die Einschränkung für Fußgänger und Radfahrer auf dem Rügendamm, für die es zeitweise kaum noch ein Durchkommen gab. Auch der Autoverkehr auf dem Rügendamm wurde beeinträchtigt, wenn zum Beispiel der frisch gefangene Hering direkt auf der Frontscheibe vorbeifahrender Autos landete.

Kleiner Trost für alle Angelfreunde: Die Wasserschutzpolizei wurde gebeten, Kontrollen durchzuführen. Das Straßenbauamt etc. hat kein Personal für Kontrollen. Vielleicht wurde also für alle „Falschangler“ diese „Auswurfbegrenzung“ montiert, um die Sicherheit doch zu gewährleisten.

Ich persönlich gehe nachts um drei zu Fuß über eine rote Ampel und wenn der Polizist kommt sag ich: „Ampeln sind da, um den Verkehr zu regeln, aber wo kein Verkehr ist, gibt es auch nichts zu regeln.“

So, nun weißt Bescheid!

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Autor: Marius Jaster

Aus Liebe zur Natur, besonders aber zum Meer und zu den Landschaften, die von Wind und Meer geprägt sind, bin ich seit einigen Jahren als Ostseereporter unterwegs gewesen. Jetzt treibt mich als Inselreporter die Sehnsucht bevorzugt auf die Inseln, die ich mag. Und zwar nicht nur die der Ostsee. Ich arbeite als Freier Publizist und publiziere in verschiedenen Medien durch Texte, Bilder, Filme, sowie durch eigene Bücher.

6 Gedanken zu „Insel Rügen: Angler müssen jetzt ganz ganz tapfer sein! Und FRECH!“

  1. In anderen Ländern wie Dänemark 🇩🇰 oder in den USA werden extra für Angler Parkplätze, Fischschlachtplätze oder ganze Angelstege/ Brücken gebaut. Nur hier in Deutschland wird be/verhindert was nur geht. Die Kommunen und ihre sogenannten Vertreter wissen gar nicht wieviel Kohle jedes Jahr Angler bei Ihnen lassen.
    Rechnen können die scheinbar nicht.
    Grüße aus Sachsen
    Uwe

    1. Uwe, die Angler haben in diesen Ländern auch eine deutlich stärkere Lobby, während hierzulande Angelvereine selber für immer stärkere Restriktionen eintreten.
      Ein Fleischer macht sich stark für fleischlose Ernährung – Angelvereine begrüßen Angelverbote.

  2. Sorry Leute, aber wenn ich die Bilder oben sehe, macht es mir so gar nichts aus, dort keine Chance mehr auf das beliebte Zucken in der Schnur zu haben.
    Das soll ganz sicher kein Apell an alle sein, sondern spiegelt nur meine persönliche Meinung wieder. Für mich bedeutet Angeln seit meiner Kindheit Ruhe und Gelassenheit. Allenfalls noch „Action“ beim Streetfishing. Jedoch mit ca. 100 Mann in einer Reihe zu stehen und so zu fischen, ist einfach nicht meine Welle.
    Für all diejenigen, die das irre traurig finden, tut es mir von Herzen leid, dass Euch diese Chance genommen wurde. Ihr findet eine bessere Stelle, da bin ich mir sicher.

    1. Hey Chris, durch immer mehr Verbote wird auch Dein Bereich kleiner. Es bringt nichts, sich über den Verlust der anderen diebisch zu freuen. Sei Dir versichert, dass sie jetzt eine Stelle finden wo Du bisher geangelt hast. 🙂

    2. Entschuldigung – ich finde es r e i c h t!

      Um es klipp und klar auf den Punkt zu bringen:
      Angler s i n d eine enorm finanzkräftige Einnahmequelle der volks- wie betriebswirtschaftlichen Wertschöpfungskette für Tourismus, Camping, -zubehör Gastronomie, Angelgeräteindustrie, -handel, Boot- und KFZ-Gewerbe!
      Hier werden pro Jahr zweistellige (!)€-Millionen-Beträge nebst enthaltener Steuerabgaben erzielt nicht zuletzt an den Abgaben für Angellizenzen der Bundesländer, Kreise, und Gemeinden!

      Mir ist schon ein paar Mal bei Besuchen in Stralsund aufgefallen, dass da einige Schrauben in den Köpfen der Amtsträger MAXIMAL g e g e n die Angler mit teilweise haarsträubendem UNFUG wie „Winterlager-Regelung“ bis ins übetriebenste Detail eines Hakens und der mutwilligen Kriminalisierung der Angler bei der Überprüfung selbiger „Regelungen“höchst negativ aufgefallen, und jetzt eben die klar anglerfeindliche Rügendamm-Regelung .

      Ich halte dieses Verbot nach ART.1 +3. unseres Grundgesetztes für verfassungswidrig und sehe auch w e d e r dass in den 3 Wochen Heringsaison die Schiffahrt gefährdet, noch dass die Schiffahrt zwingend (!)Vorrecht hätte -> Gleichstellung ist hingegen m.E. angezeigt und amtlicherseits zu gewährleisten
      …statt stures contra die Anglerschaft.

      Und gegen so manche Verordnung und so manchen Amtsträger Stralsunds halte ich durchaus eine Dienstaufsichtsbeschwerde wegen massiver Ungleichbehandlung der Angler gegenüber anderen Bevölkerungsteilen für stark erfolgsversprechend!

      Statt einer baulichen „Auswurfbremse“ -> gegen die Angler wäre eine doppelseitige Schutzwand für die Autofahrer auf der Autobrücke die zusätzlich sogar noch als Lärm-
      und Emissionsschutzwand fungiert m.E. w e i t sinnvoller und auch nicht viel teurer gewesen.
      Aber NEIN – e r s t muss eine Verordnung GEGEN die Angler her-statt Gleichbehandlung der Interessen – und auch NEIN n i c h t die Anglerschaft ist das Übel – denn d i e zahlen der Stadt Stralsund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern schließlich Angelabgaben und 20% Steuern auf jeden Einkauf – also n i c h t zu knapp.

      Genauso gut hätte man auch die Autobrücke während der lächerlich kurzen Heringsaison von marginalen drei Wochen sperren können.

      …hat der Fischereibeauftragte und das WSA der Stadt Stralsund aber nicht!
      Die Stadt hat sich WIEDER EINMAL für ein EINseitiges Verbot g e g e n die Angler entschieden,
      und das halte ich für absolut inakzeptabel und rechtswidrig!

      Genauso gut könnte man -ebenso erfolglos- versuchen den Rügendamm für händchenhaltende Schwule und Lesben zu sperren
      – was wär d a der Aufschrei gross –
      und das wäre verglichen zu den Anglern eine weit geringer Bevölkerungsanteil der deutlich weniger Steuerabgaben entrichtet!

      Ich kann nur nochmals die Verantwortlichen der Stadt Stralsund aufrufen von sich aus ihre deutlich anglerfeindliche Haltung zu überprüfen und abzustellen bevor dies andere nachhaltig für sie tun.

      1. Hallo, Du Wertfreund! Ich hab echt Lust, Dich mal persönlich kennenzulernen. Mal bei einem Getränk richtig schön schnacken. DU weißt in dieser „Gegend“ mehr als ich … und ich bin wissbe-GIERIG. Danke! Vielleicht bis auf bald!

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